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26. April 2018, PM DM GmbH

Der neue Automotive-Standard IATF 16949 / Automobilzulieferer auf dem Prüfstand

Mit der Erstzertifizierung erhält das IATF-Zertifikat eine dreijährige Gültigkeit, welche im Folgejahr durch ein Überwachungsaudit und im darauffolgenden Jahr durch ein Re-Zertifizierungsaudit verifiziert wird. Im Zentrum stehen die Vermeidung von Fehlern und das Erkennen von Risiken im Entwicklungs- und Produktionsprozess, um letztendlich die Kundenzufriedenheit und das Vertrauen in der Lieferantenkette zu erhöhen. Betrachtet wird die Gesamtheit aller Unternehmensprozesse und deren Wechselwirkungen sowie deren Schnittstellen. Doch das anspruchsvolle Audit macht gerade kleinen und mittleren Unternehmen schwer zu schaffen. Laut einer Befragung des Hanser-Verlags sind die Kleinunternehmen in vielen Fällen überfordert. Zu den Hauptabweichungen bei den Audits gehört zum Beispiel das Fehlen oder die Unvollständigkeit von Notfallplänen zur Aufrechterhaltung der Kundenversorgung, und auch im Bereich von Produkten mit integrierter Software finden sich durch die Anlehnung an den Automotive-Spice Standard zusätzliche Hürden.

Das MinebeaMitsumi Tochterunternehmen PM DM stellte sich im Februar und März dieses Jahres der Zertifizierungs-Herausforderung. Das Audit erstreckte sich über drei Wochen, wobei der Startschuss natürlich schon deutlich früher fiel. Bereits seit 2016 arbeitete das PM DM Qualitätsmanagement an den Vorbereitungen, im Sommer letzten Jahres ging es dann in die heiße Phase für alle Beteiligten. Die sogenannte Multi-Site-Zertifizierung betraf neben PM DM auch die Sales-Organisation NMB-Minebea-GmbH in Langen bei Frankfurt, die NMB-Minebea Slovakia sowie die Minebea Thai AGA. Die Verbund-Zertifizierung erforderte ein hohes Maß an Kommunikationsgeschick. Der Erfolgsschlüssel war dabei ein zentrales, eigens programmiertes Tool. Dieses ist Teil des integrierten Managementsystems und bildet die Qualitätsprozesse für jeden Standort sowie dessen Funktionen klar strukturiert ab. Damit wurde schon vor der Zertifizierung ein hohes Maß an Transparenz für alle Mitarbeiter geschaffen. Wird im System etwas geändert, übertragen sich diese Änderungen automatisch auch auf die Prozesslandschaften der jeweils anderen Standorte, wodurch Synergien geschaffen werden und Doppelarbeiten weitestgehend vermieden werden. Ein weiterer Vorteil des Tools ist es, dass alle im Konzern-Netzwerk verbundenen Unternehmen via Web-Oberfläche auf die Daten zugreifen können.  

PM DM fungierte mit dem Aufbau des Tools als Vorreiter innerhalb des europäischen Konzernverbunds. Denn mit dem integrierten Tool als Schnittstelle sind die Voraussetzungen für eine optimierte europäische Kommunikation im MinebeaMitsumi Netzwerk geschaffen. Im Verbund sind die auditierten Standorte mit der IATF-Zertifizierung ebenfalls Vorreiter. Mit nur fünf Nebenabweichungen erreichte das Motorenentwicklungszentrum in Villingen-Schwenningen gemeinsam mit den anderen Standorten die Zertifizierung. „Nur etwa einem Prozent der Zulieferer gelingt es, das Audit auf Anhieb mit keiner einzigen Hauptabweichung abzuschließen“, so Jörg Königsmark, Leiter des PM DM Qualitätsmanagements . „Die Auditoren waren sehr beeindruckt von der gemeinschaftlichen Leistung und der Kommunikation unter den Standorten. Dieses Lob gilt allen Mitarbeitern, denn jeder einzelne Mitarbeiter trägt zu den Qualitätsstandards bei.“ PM DM bleibt mit der IATF-Zertifizierung, die weltweit bisher nur wenige Unternehmen erfüllen,  in der Top-Liga der Automobilzulieferer.

Ihre Kontaktperson

Roman Klein

MinebeaMitsumi Europa

Tel.: +49 7721 997-317