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06. November 2018, Annette Bammert

E-Health auf dem Vormarsch – Über die Digitalisierung der Gesundheit

Was bedeutet E-Health?

Bereits 2015 wurde das sogenannte E-Health-Gesetz in Deutschland erlassen, das den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen fördern will. Das Gesetz umfasst unter anderem Themen wie Videosprechstunden, elektronische Patientenakten und die Entwicklung von Qualitätskriterien für Gesundheits-Apps. Das Bundesministerium für Gesundheit (oder genauer: die E-Health-Initiative) möchte mehr Transparenz und Effektivität im Gesundheitswesen schaffen. Die Initiative gibt es bereits seit 2010 und sie sieht das Vorantreiben der Digitalisierung als zentrale Voraussetzung an, um Verbesserungen im Gesundheitswesen zu realisieren. Immer mehr ältere, chronisch kranke Menschen gilt es zu versorgen. Es gibt ländliche Regionen mit erheblichen Versorgungsproblemen. Und auch die häusliche Betreuung gestaltet sich in vielen Bereichen als schwierig. In allem könnte die Digitalisierung Abhilfe oder zumindest Linderung schaffen.

Vorreiter: Finnland

Weit voraus sind uns ohne Frage die Finnen. In Helsinki gibt es bereits seit rund zehn Jahren ein virtuelles „Gesundheitsdorf“, eine Online-Anlaufstelle mit beinahe 30 verschiedenen Themenangeboten. Ohne Registrierung kann jeder Finne auf Diagnostik-Tools und Symptom-Navigatoren zugreifen. Mit Registrierung und Identitätsnachweis gibt es online dann auch einen personalisierten Patientenbereich. Hier wird online mit dem Klinikpersonal kommuniziert, das individuelle Therapiepläne teilen kann. Die Terminvergabe findet natürlich ebenfalls online statt – das spart Ressourcen und Kosten.

E-Health in Deutschland noch in den Kinderschuhen

In Deutschland liegt der Fokus im Bereich E-Health derzeit noch auf der Einführung einer elektronischen Patientenakte. Da die Krankenkassen, Patienten, Ärzte und Datenschützer natürlich jeweils andere Anforderungen an das Projekt haben, wird die Umsetzung bis zur Einführung voraussichtlich bis 2021 gehen. Die zahlreichen anderen E-Health-Baustellen sind sonst bisher noch wenig verknüpft, es fehle an einer Gesamtstrategie, meint MdB Maria Klein-Schmeink.

Der Ansatz des „TK Gesundheitsmobils“

Das Gesundheitsmobil der Techniker Krankenkasse tourt durch ganz Deutschland und verspricht virtuelle Antworten auf Fragen wie: Was ist die Ursache für mein hohes Stresslevel? Wie kann ich meine Höhenangst besiegen? Liege ich in Sachen Ernährung richtig? Die Mitarbeiter des Motorenentwicklungszentrum PM DM bekamen nun die Gelegenheit, sich einen Eindruck von den Möglichkeiten eines digitalisierten Gesundheitswesens zu verschaffen. Die Thematik traf bei vielen ins Schwarze, die Termine im Gesundheitsmobil waren vollständig ausgebucht. Je nach individuellem Bedarf und Interesse stellten die Teilnehmer zum Beispiel ihre Stressfaktoren verschiedenen persönlichen Ressourcen gegenüber, die einen Ausgleich schaffen sollen. Die sogenannte Stresswaage zeigt ein eventuelles Ungleichgewicht in der Bilanz von „Stressoren“ und Ressourcen an und gibt anschließend Handlungsmöglichkeiten. Außerdem konnten die Mitarbeiter mit der VR-Brille auf Entdeckungsreise durch den Körper gehen. Die VR Brille kann auch bei der Behandlung von Höhenangst helfen, beim Gleichgewichtstraining eingesetzt werden oder behandlungsbegleitend medizinische Inhalte vermitteln.

Auch wenn es für den Großteil der neugierigen Teilnehmer zu Beginn eher spielerischen Charakter hatte, nahm doch jeder interessante Erkenntnisse über die zukünftigen Entwicklungen unseres Gesundheitssystems mit nach Hause.

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/dossiers/ehealth?aid=201681

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97835/E-Health-Diskussion-Vision-und-Wirklichkeit

Ihre Kontaktperson

Roman Klein

MinebeaMitsumi Europa

Tel.: +49 7721 997-317